Bürgerinitiative nimmt Wasserproben

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Foto und Text IVZ-Online

 

Mitglieder der Bürgerinitiative „Gesunde Luft - gesunder Boden“ haben Proben aus Wasserläufen und Brunnen in der Gemeinde Mettingen genommen. Die Ergebnisse stimmen sie bedenklich. Vor allem, was die Nitratwerte am Papiermühlenbach und am Ölmühlenbach betrifft.

IVZ 20170322
Foto: Dietlind Ellerich
Die Vorsitzenden der BI, Gerhard Baune (v.r.) und Christoph Middendorf, hatten Johann Knipper (M.) vom WTL sowie Karl-Heinz Riedel (v.l.) und Edwin Kremp als Referenten eingeladen.

METTINGEN. Der Papiermühlenbach und der Ölmühlenbach sind, was die Nitratwerte angeht, Mettingens Problembäche. Die Ergebnisse der Stichproben, die Karl-Heinz Riedel und Edwin Kremp von der Bürgerinitiative (BI) „Gesunde Luft, gesunder Boden“ in den vergangenen 15 Monaten in Wasserläufen und Brunnen auf dem Gemeindegebiet gezogen haben, sind bedenklich. Sie sollten Anlass sein, genauer hinzuschauen und Ursachenforschung zu betreiben, machte der Vorstand während einer Infoveranstaltung zum Thema Wasser deutlich.

Die BI kann mehr, als Front gegen die Errichtung weiterer Mastställe zu machen. „Auch die Böden sind uns wichtig“, wies der Vorsitzende Gerhard Baune darauf hin, dass der zweite Teil des Vereinsnamens nicht von ungefähr komme. Weder Wind noch Wetter hatten Kremp und Riedel gescheut, als sie zwischen Dezember 2015 und März 2017 in den Außenbereichen in Sachen Wasserproben unterwegs waren und Ergebnisse vorfanden, die sie nicht überraschten. Auf „Rot“ stand die Nitrat-Ampel an einigen Stellen schon an der Quelle der Bäche, und mit dem Hinweis, dass die landwirtschaftlichen Nutzflächen oft bis direkt an die Gräben heranreichten, war klar, wohin die Reise gehen sollte. Da waren die Fotos des in einem Naturschutzgebiet Gülle fahrenden Fahrzeugs gar nicht notwendig.

Zudem zitierten Riedel und Kremp das Fachinformationssystem „Elwas“, das die Qualität des Grundwassers vor Ort nicht nur als „signifikant schlecht“ eingeordnet, sondern auch die Landwirtschaft als Verursacher ausgemacht hatte.

Die Landwirte im Saal waren nicht zu beneiden, versuchten aber ruhig ihren Standpunkt zu vertreten. Sie machten deutlich, dass sie schon in ihrem eigenen Interesse ihre Gewässer testen ließen. „Wir wollen nicht alles schön reden, aber auch nicht für alles verantwortlich gemacht werden“, erklärte ein Landwirt.

Johann Knipper, Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbands Tecklenburger Land (WTL), informierte die rund 50 Besucher zum Thema Trinkwasser und stellte fest, dass ihm das Nitrat, zumindest in den Schutzgebieten, keine Sorgen mache. „Nitrat haben wir im Griff“, betonte er.

„Wir sind mit unserer Arbeit erst am Anfang“, stellte Baune klar, dass die BI am Ball bleiben werde und sich dabei Unterstützung von der Gemeinde wünsche. „Das alles kostet Geld“, sagte er im Hinblick auf weitere Analysen von Brunnen und Fließgewässern.

Das Thema brennt offensichtlich nicht nur der BI unter den Nägeln. Ein Besucher ließ eine Wasserprobe direkt vor Ort überprüfen. Er wollte wissen, ob sein Brunnenwasser in Nierenburg den Grenzwert von 50 mg pro Liter überschreitet. Das Ergebnis erschreckte, zeigte die Skala doch einen Wert deutlich über 100 mg an.