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Diskussion um Rinderstall

 

IVZ vom 23.06.2020

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Initiative fordert längere Frist

METTINGEN. In der neu entfachten Diskussion um Ställe an der Mettinger Nordstraße meldet sich jetzt auch die Bürgerinitiative „Gesunde Luft – gesunder Boden“ (BI) zu Wort.
Die Aufforderung des Kreises Steinfurt an Mettignen, das gemeindliche Einvernehmen zur Umwidmung der Stallanlagen des Landwirtes Borchelt nach dem Bundesimissionsschutzgesetz (BImSch) von Schweineställen zu Bullenmastställen zu erteilen, bedeute „absolut keine Kleinigkeit“, schreibt die BI in einer Stellungnahme.
Die BI hatte sich von Beginn an gegen den an der Nordstraße ursprünglich geplanten Ferkelaufzuchtstall gewehrt. Während der jüngsten Bauausschusssitzung stellte die Landwirte-familie Borchelt ihr aktuelles Projekt vor: Eine Anlage zum Halten von Rindern mit rund 1000 Tieren. Da solle Mettingen eine der größten Anlagen in ganz NRW erhalten, fürchtet die Initiative.
Umso mehr müssten die Gemeinde und der Rat daran interessiert sein, kommende Entwicklungen bedacht zu entscheiden. Das Projekt stehe zudem unter einem herbeigeführten Zeitdruck, obwohl das Genehmigungsverfahren offenbar erst am Anfang sei, erklärt die BI.
Für die Mettinger Öffentlichkeit, nicht nur für die Anwohner der Umgebung, blieben die wesentlichen Fragen ungeklärt, kritisiert der BI-Vorstand. Fragen, die sich immer auf den Blickwinkel der vielen öffentlichen Einrichtungen auf der anderen Seite der Nordstraße konzentrierten: Lärmpegel-Beurteilung, Ammoniak-Belastungen, riesige Methanmengen, viele Fragen zum Verkehrskonzept, viele Fragen rund um das Thema Brandschutz und noch mehr Fragen zu den Themen Wasserverbrauch/Wasserentnahme, zählt „Gesunde Luft – gesunder Boden“ auf.
Viele besorgte Mettinger hätten der Bürgerinitiative gegenüber ihre Bedenken geäußert, heißt es in der Stellungnahme weiter. So sei unter anderem der Satz „Es müsste ein Aufschrei durch die Gemeinde gehen“, gefallen. Zudem kritisiert die BI die kurzen Fristen: Von den Mitgliedern des Gemeinderates werde erwartet, dass sie sich in kürzester Zeit in die viele 100 Seiten langen Unterlagen einarbeiten. Deshalb sei die Gemeindeverwaltung gut beraten, den Kreis Steinfurt um eine Verlängerung der gesetzten Frist zur Stellungnahme zu bitten. Es gehe letztlich um das überregionale Ansehen der Gemeinde als staatlich anerkannter Erholungsort.
Die Initiative teilt zudem mit, dass sie Kontakt mit ihrem Dachverband, der Landesgemeinschaft Naturschutz (LNU), aufgenommen habe. Der Verband werde sich kurzfristig mit der Sachlage kritisch auseinandersetzen und bei Bedarf auch juristischen Beistand leisten.