Grubenwasser

In der IVZ- Ausgabe vom 1.2.20 veröffentlichte die IVZ einen von Oliver Langemeyer verfassten Bericht über die Position der Bürgerinitiative zum Thema Grubenwasser:

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Ursprünglich war der Text als Leserbrief verfasst, und dessen Wortlaut findet man hier:

Leserbrief der Bürgerinitiative „Gesunde Luft – Gesunder Boden e.V. Mettingen“

Je mehr man sich in die Flut der Daten einarbeitet, die sich mit den letzten Arbeiten zum Ibbenbürener Kohleabbau (Abschlussbetriebsplan) beschäftigen, desto mehr sind wir der Meinung: Unsere Entscheidung, als Mettinger Bürgerinitiative die gemeinsame Petition zur Eröffnung eines Planfeststellungsverfahrens mitzutragen, war richtig. Gemeinsam mit dem BUND, dem NABU, der ANTL (Arbeitsgemeinschaft Tecklenburger Land) und der Bürgerinitiative Bergbaubetroffener im Ibbenbürener Steinkohlenrevier e.V. haben wir eine Petition an den Landtag von NRW unterschrieben, die von der verantwortlichen Bergbaubehörde in Arnsberg ein solches Planfeststellungsverfahren einfordert.

Und wir versuchen einmal, in verständlichem Deutsch an nur zwei Faktoren klar zu machen, was da auf uns zukommt, wenn die Arnsberger Behörde weiter ihr Ding nach gültigem Bergrecht durchziehen darf, wie es jetzt den Anschein hat. Klar, sie verspricht immer wieder ein Höchstmaß an Transparenz, mag aber das Wort „Planfeststellungsverfahren“ nicht gerne hören, weil da der informierte Bürger, betroffene Kommunen, Naturschutzverbände, Landwirtschaft u. a. mitsprechen dürften, und wer will schon gerne unbequeme Fragen beantworten müssen? Eine erste Frage zum Beispiel ist schon quengelig genug: Warum ist man von der ursprünglichen Zusage, bei der Einleitung des Grubenwassers in die Ibbenbürener / Hörsteler Aa nach der Flutung der Zeche die Standards der Europäischen WasserRahmenRichtLinie (WRRL) einzuhalten, inzwischen abgerückt? Informationen dazu: Das Chlorid-belastete Wasser darf bei Hoch-oder Mittelwasserstand eingeleitet werden, versehen mit dem Attribut „unbedenklich“. Diese „Unbedenklichkeit“ ist aber bei Niedrigwasser nicht mehr gewährleistet. Dann würde die Tier- und Pflanzenwelt, die sich gerade erst neu entwickelt hat, wieder massiv geschädigt. Für die Bäche in Mettingen müssen wir in den letzten beiden Sommern aber nicht mal von Niedrigwasser, sondern von „Gar-Kein-Wasser“ sprechen.

Die Gutachten der RAG führen aus, dass der Anteil am Salzgehalt von Sulfat noch Jahre nach der Flutung stark erhöht sein wird. Also müsste eine Behandlungsanlage her. Die wäre aber extrem aufwändig. Stattdessen wird jetzt versucht, über die Landesregierung NRW bei der EU in Brüssel eine Ausnahmegenehmigung von den Vorgaben der WRRL zu beantragen. Würde diese Ausnahmegenehmigung erteilt, könnte man die sulfatbelasteten Wässer unzureichend geklärt in die Aa leiten.

All diese Fragen, Probleme und Kritikpunkte werden nirgendwo öffentlich behandelt oder diskutiert, weil es kein Planfeststellungsverfahren mit entsprechenden Erörterungsterminen gibt.

Da steigt unser Blutdruck schneller als der Grundwasserspiegel in Mettingen.

Für die Bürgerinitiative „Gesunde Luft – Gesunder Boden e.V. Mettingen“

Gerhard Baune, Woorteweg 1, 49497 Mettingen, Vorsitzender

Christoph Middendorf, Nierenburger Str. 44, 49497 Mettingen