Referat über „die Bienen in unserer heutigen Natur“

Es waren beeindruckende Bilder und Videosequenzen, die das Referat über „die Bienen in unserer heutigen Natur“ prägten.

Die Bienenkenner Horst Heemann und Reinhard Gilhaus, beide aus Ibbenbüren, hatten sich spontan bereiterklärt, über die Situation der Bienen im Rahmen der Jahresversammlung der Mettinger Bürgerinitiative „Gesunde Luft – Gesunder Boden e.V.“   zu referieren. Das gut 90-minütige Referat beschloss am Dienstag die Jahresversammlung im Ratssaal, in der zuvor der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Gerhard Baune, über die Vielzahl der Aktivitäten berichtet hatte, die das vergangene Jahr geprägt hatten.
Im Zentrum der Aktionen der BI stand dabei die vielbeachtete und sehr erfolgreiche „Blühstreifenaktion“, die nach einem aufrüttelnden Vortrag von Annika Brinkert (Biologische Station Steinfurt) von der BI durchgeführt wurde. Viele Tüten an regional angepasstem Saatgut konnten so an die Mettinger Bevölkerung verteilt werden, und auf diese Weise erwuchs auch in vielen Nachbarorten das Interesse an der Aktion. Auch Gruppen, Firmen und Stiftungen beteiligten sich, und auf diese Weise wurde die BI auch außerhalb der Dorfgrenzen bekannt. Auf vielen tausend Quadratmetern wachsen zurzeit einheimische Pflanzen heran, die von unseren heimischen Bienenarten auch erkannt werden und diese damit anlocken. Wie wichtig es ist, wenn Bienen von der Schneeschmelze bis hin zum Ende des Herbstes ohne Unterbrechungsphasen mit einem unbelastetem Nektar- und Pollenangebot versorgt werden, ging aus dem Referat des Expertenduos klar hervor.
Bienen müssen sich bevorraten, um im Winter überleben zu können. Fehlt ihnen ein Zeitraum an blühenden Pflanzen, so verhungern sie.

Damit erfuhren die anwesenden Mitglieder der BI unmissverständlich, dass weder Wild- noch Honigbienen heute ohne die Mithilfe des Menschen noch überlebensfähig sind. Auf der anderen Seite mag man sich als Mensch besser nicht ausmalen, was passiert, wenn noch mehr Bienen von der Bildfläche verschwinden. Dabei sind Bienen, so hörte man erstaunt, sind die produktivste Tierart der Welt: Ein normales, gesundes Bienenvolk in unserer Region produziert im Verhältnis 500:1 etwa 300kg Honig sowie das Wachs für etwa sechs Teelichte.

Eindrucksvolle Powerpoint-Fotos zeigten die heutige, stark veränderte Situation vor Ort: Ausgeräumte, verlassene Bienenhotels waren ebenso zu sehen wie die von Brutparasiten und Schmarotzern wie etwa der Gemeinen Goldwespe angerichteten Schäden. Wildbienenarten, die sich 2000 auf den Feldern direkt vor dem Kraftwerk am üppigen Angebot an Weißklee, Naturkornblumen und Klatschmohnn gütlich tun, sind heute kaum noch zu sehen – ihr Nahrungsangebot fehlt. Die Gründe für das Fernbleiben sahen die Referenten in dem Mix aus Einsatz von Spritzmitteln und zu reichhaltigem Dünger, in den zunehmenden Monokulturen und in der Beseitigung von ehemaligen Blühflächen. Das aber gelte für Land und Stadt . Hier kann und muss der Mensch Abhilfe schaffen. Als Konsequenz erklärten die Referenten, dass das Ziel immer die Balance sein müsse, z.B. die aus der reichhaltigen Natur und den Interessen der Landwirtschaft, die Balance aus einem Konsens für einen gesamtgesellschaftlich gangbaren Weg und der angemessenen, wohljustierten Stellschraube aus wirtschaftlichen und ethischen Interessen. Damit erwies sich die Arbeit der Bürgerinitiative auch im Nachhinein als wertvoll und richtig.

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(Horst Heemann, Vorsitzender BI Gerhard Baune und Reinhard Gilhaus)